Leben ohne Gebrauchsanleitung
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Schwarze Kästchen 4EVER!

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Schnee

Es schneit, es schneit, es schneit! Gestern hats zum erstenmal geschneit und heuet auch wieder die ganze Nacht. So richtig liegen bleiben will es zwar noch nicht und einige Leute *eine bestimmte Person angrinst* wollten es mir auch nicht glauben und fühlten sich leicht verarscht. Als ob ich sowas tun würde, Leute verarschen *pffff*

Heute hab ich Brief von meine Caroly bekommen. Zuerst hab ich mit der Reihenfolge der engbeschriebenen Seiten nicht ganz ausgekannt, aber ich habs dann doch noch geschafft *froi* Ich werd ganz bald antworten *versprochen*.

Irgendwie bringt einen die Shoutbox dazu etwas weniger zu posten, na gut und ich war in letzter Zeit etwas beschäftigter als sonst *noch mal eine bestimmte Person vorwurfsvoll anschau* Vl sollte ich mal aufhörn hier alles zwischen zwei Sternchen zu packen, aber *Sternchenschreibweise voll gern hat* XD

Heut abend kommt mein Gianninalein, wir wollen mal wieder ein Phoddoschuhting machen. Caroly, vl schicken wir dir noch Bilder vom letzten, die sind nämlich anderst abgefahren geworden... Ich freu mich auf jeden Fall schon voll drauf. In letzter Zeit haben wir nämlich kaum was zusammen gemacht, da waren diese komischen Typen, Flo und Bäda, die uns irgendwie von einander fern gehalten haben. Schurken, Geiselnehmer, Gumminbärchenmörder,....

Okay, okay, schön langsam dürftet ihr mitbekommen haben, dass ich heute nicht ganz ernst zu nehmen bin, aber wann bin ich das schon Ja ok, da habt ihr eure Antwort. Irgendwann im letzten Jahr hab ich ja beschlossen, dass mir nichts mehr peinlich ist. Zu etwa 85% klappt das auch hervorragend. Und plötzlich lebte es sich so frei und ungeniert XD

Apropos frei und ungeniert, meine Papi scheint mal wieder im Funkloch verschollen zu sein *schnief* Wo bist du, meld dich mal wieder, du fehlst mir! Ich freu mich schon auf die Winterferien und ganz besonders die Woche um und vor Sylvester. Kaum zu glauben, dass schon bald wieder ein ganzes jahr um sein soll. Wenn ich dran denke, was ich vor einem Jahr gemacht habe *grins* omg war ich merkwürdig drauf. Nicht das ich behaupten wolle ich wäre kindisch gewesen, aber... Nuja ich glaub ich würde trotzdem alles nochmal genauso machen. Das hab ich mir auch vor einiger Zeit (2Jahre) oder so geschworen, nichts zu bereuen. Das bewahrt einen vor einer Menge 'hätte, wäre, wenn....' Auch ganz gut für die Lebensqualität!

So ich glaub bei ein paar Leuten muss ich mich auch entschuldigen, weil ich mich länger nicht gemeldet hab, irgendwie passiert bei mri zur Zeit ne Menge gleichzeitig, nicht unbedingt großartige Dinge, aber für mich irgendwie spannend und unterhaltsam. Wisst ihr was ich mir gestern oder so plötzlich gedacht hab? Ich würd zur Zeit um nichts in der Welt mein Leben mit irgendjemand anders tauschen!

Und das ist auch schon länger her, seit ich das gedacht hab...

So, dass soll ertsmal reichen, ich glaub eh nicht, dass hier jemand mitgekommen ist

HEL

Keep on smiling!

3.11.06 13:24


Heimwerken

Irgendwie klingt das uncool, so nach Familienvater in der Midlifecrises, aber ob ihr's glaubt oder nicht, ich hab dieses Gebiet jetzt für mich entdeckt... Es ist erstaunlich was ich alles kann...

Mein nächstes größeres Projekt für die Winterferien, wenn alles glatt läuft, wird das Bauen eines eigenen Bettes, genau ein Bett. Kann doch jeder! 2,20m auf 2,00m Platz! Aber sicher sauteuer! Nuja ich muss es ja nich zahlen Bin ja mal gespannt ob und wie das was wird...

Oh, was ganz tolles muss ich euch noch erzählen, ich bin seit gestern stolze Besitzerin eines AKKUSCHRAUBERS! *rofl* Im ernst, ich bin voll begeistert, auch wenn das jetzt nicht jeder nachvollziehen kann...

Ganz lustig fand ich auch einige Reaktionen einiger, okay eigentlich eines, männlichen Wesens. So nach dem Motto: "Was, du kannst mit einer Heisklebepistole umgehen?!" Oder: "Hey, du weißt ja, wofür man das Teil hier braucht!" Und das vollkommen ernst. Manchmal hätt ich mich echt abringeln können... Menno, nur weil uns an unserem Bausatz beim 43. Paar nich ne kleine Ecke fehlt, heißt das nicht, dass wir keinen Schlagbohrer verwenden könnten... *tststs*

HEL

3.11.06 14:10


Schreibfaulheit

Hab ich schonmal erwähnt, dass ich nicht mit Computern umgehen kann?! Da hatte ich gerade so schön angefangen zu schreibseln und hatte auch schon einiges zusammen, da hab ich mit einer unbekannten Tastenkombi den Browser geschlossen, natürlich alles weg... *seeeehr schlau*

Zur Zeit komm ich irgendwie nie dazu was schriftliches zu verfassen, die böse Schreibfaulheit hat mich fest im Griff. Aber wozu soll man bei diesem Wetter auch groß Lust haben, als sich mit seinem Liebhabär im Bett zu verkriechen und nicht mehr rauszuschaun? Ich bin krank *wähhh* Hab die Schule heute auch schon zwei Stunden eher verlassen, wo ich auch nur war, damit ich Deutsch nicht nachschreiben muss... Jetzt hab ich wenigstens für November alle Schulaufgaben hinter mir *froi*

Dann war ich bei meiner Mami (der echten^^) in der Praxis und wurde an ganz merwürdige Geräte angeschlossen. Sehr strange. Und jetzt soll ich bloß heißes Waser trinken und das in Mengen^^ Ohne Teebeutel! Strange.... Schimpft sich übrigens Bioresonanz, wem das was sagt...

Liebe Mikki, es tut mir leid, aber ich bin mit deinem Brief immer noch nicht weiter, anscheinend ist mein Schreibtisch mindestens so anhänglich wie deiner... Aber ich werd mich bemühen... Hat eigentlich jemand mal wieder was von Dinni gehört, nach dem letzten Mörderartikel ist es da ja ganz schön still geworden....

So ich werd dann mal wieder zu meinem heißen Wasser zurück kehren und zu meinem Klavier, das steht nämlich seit gestern hier oben in meinem Zimmer Danke dafür an meinem Mami (diesmal die andere^^)

HEL

13.11.06 14:39


Look into the future....

....what do you see? I really need to know now, is there a place for me.... if we're gonna survive, the dream must stay alive...

Heut ist einer von diesen merkwürdigen Tagen, an denen ich meinen ganzes Leben endlich auf die Reihe kriegen will, am besten sofort auf der Stelle und alles auf einmal. Ich will endlich genau wissen, was ich machen will (berufsmäßig), endlich die ganzen Dinge erledigen, die ich mir, direkt oder indirekt schon länger oder auch erst seit kürzerem, vorgenommen habe. Und vor allem will ich es jetzt tun...

Dumm nur, dass ich krank bin und heute eigentlich den ganzen Tag im Bett verbracht habe... Ironie des Schicksals, wohl eher weniger, ich kann schlecht dauernd anderen die Schuld daran geben, dass ich nichts vorwärts bringe, ich sollte mich selber mal kräftig in den Arsch treten, vl klappts dann auch mit dem Rest....

Wollen wir es hoffen

So now, get going!

HEL

14.11.06 20:28


FTW

Irgendwie hat mich heute alles voll angekotzt^^ aber jetzt kaum dass ich ca eien stunde lang lauthals zur musik singe, also in meinem zimmer rumtanze, gehts mir wieder um einiges besser. Jetzt bin ich nicht mehr nur angeödet, jetzt bin ich fast agressiv, hihi, heute würd ich mich nicht mit mir streiten wollen, ich glaub ich würd jeden in der Luft zerfetzen Kann heute also noch sehr lustig werden. Werd den heutigen Abend mit zwei Mädels, die mich nicht kennen und auch nicht mögen, drei Jungs die mich eigentlich mögen und einem der mich liebt, mit dem ich mich aber irgendwie so halb gestritten habe, verbringen, also wenn das nicht intressant wird, weiß ich auch nicht^^

Hero of the day: MaseHase! HDL

so and now, lets rock this fucking world

24.11.06 14:17


I would stay (Krezip)

If this is true, I thought then, what will I think
Will I stay but rather I would get away
I'm scared that I won't find a thing
And afraid that I'll turn out to be alone, but I

I have to learn, have to try, have to trust I have to cry
Have to see, have to know that I can be myself, yeah

And if I could I would stay
And if they're not, not in my way
I'll stare here in the distance
But I'll grow up to be just like you, yeah
I'll grow up to be just like you, yeah

I see it all I'm sure but
Do I know what's right
I thought I knew but it turns out the other way
I am scared that I won't find a thing
And afraid that I'll turn out to be alone, but I

I have to learn, have to try, have to trust I have to cry
I have to see, have to know that I can be myself

And if I could I would stay
And if they're not not in my way
I'll stare here in the distance
But I'll grow up to be just like you, yeah
I'll grow up to be just like you

I want to tell you
Why would I try to
You are all that I can see now
Why would I try to

And I want to tell you
Why would I try to
You are all I can see now
I know I'll try to

I have to learn, have to try, have to trust I have to cry
I have to see, have to know that I can be myself

But if I could, yeah, I would stay
And if they're not, not in my way
I'll stare here in the distance
But I'll grow up to be just like you, yeah
I'll grow up to be just like you
Like you

24.11.06 15:44


Die Ägypterausstellung (Sophie Branders)

Jetzt saß sie tatsächlich neben ihm im Auto. Sonntagnachmittag, zwei Tage vor Schulanfang. Kam ihr ganz unwirklich vor.

„Interessiert dich die Ausstellung denn überhaupt?", fragte David und betrachtete sie zweifelnd von der Seite. „ich meine, nicht jede Frau hat was übrig für vergangene Kulturen."

„Doch für die Ägypter schon", beeilte sie sich zu versichern. Tatsache ist: Er hätte ihr vorschlagen können, was er gewollt hätte, und sie hätte >Ja< dazu gesagt.

Das Gespräch fand keine Fortsetzung, weil David plötzlich alle Konzentration für sein Überholmanöver brauchte.

Ein rosa Chevi mit einem Typ am Steuer, der seine Mütze verkehrt herum aufhatte.

„Schau dir den an", sagte David, „erst kriecht er wie ’ne Schnecke und jetzt, wo er merkt, dass ihn einer überholen will, dreht er auf."

Der Kotflügel des anderen Wagens kam ihnen verdammt nahe und Julie rutschte ein wenig zu David rüber. Sie fuhren eine ganze Weile auf gleicher Höhe, ein Kaugummi kauendes Gesicht und einen lässig raushängenden Arm neben sich. David wirkte ziemlich angespannt, lieferte sich aber weiter ein totes Rennen mit dem da.

Irgendwie widersprüchlich, fand Julie, erst forderte er sie ganz bildungsbeflissen zu der Ausstellung auf und jetzt dieses Imponiergehabe. Die Ägypter, grübelte sie, das waren doch diese Leute im Transparent-Look, die die Hieroglyphen erfunden hatten. Und die Pyramiden. Mehr fiel ihr im Moment nicht ein. Mist. Natürlich hatte sie keinen Bock darauf, von David als Frau mit null Ahnung eingestuft zu werden. Hatten die sich nicht einbalsamieren und in irgendwelchen Sarkophagen beisetzen lassen? Zu blöd, warum war sie nicht auf die Idee gekommen, vorher mal den Brockhaus zu wälzen?

Sie musste zugeben, dass ihr Bildungsgrad, was ägyptische Kultur anbelangte, unterdurchschnittlich war.

Go, man!! Eben hatte der Chevi voll aufgedreht und sie triumphierend überholt und David stemmt sich mit einer Geste der Entspannung in seinen Sitz zurück und tat so, als habe er ihn aus Gnade vorbeigelassen. Nicht jeder ist schließlich klapsmühlenreif, oder? Vor ihnen lag schon die Rheinbrücke. Gleich kam ihre Ausfahrt.

„Schon mal was von der Cheopspyramide gehört?"

„Also hör mal, natürlich!", sagte Julie.

„Na, dann weißt du ja, dass der tote Pharao drin bestattet wurde."

„Klar weiß ich das."

„Weißt du auch, dass vor, sagen wir mal fünftausend Jahren der Polarstern Alpha in einem Winkel von siebenundzwanzig Grad durch einen Spalt in der Pyramide direkt auf den toten Pharao strahlte?"

Julie zog die Augenbrauen zusammen. Der hatte sie wohl nicht alle.

„...Und dass die Höhe der Pyramide mit einer Million multipliziert genau die Entfernung der Erde von der Sonne ausmacht?"

„Phänomenal", sagte sie, irgendetwas musste sie ja sagen, aber wenn er so weiter machte...Jedenfalls hatte sie sich diese Verabredung mit David anders vorgestellt. Eine Million! Fiel ihm nichts Besseres ein? Sie betrachtete seine sehnigen gebräunten Arme und sah darauf eine Million goldene Härchen wachsen. Mann, sah das aus! Und während sie in die Ausfahrt einschwenkten, stellte Julie sich vor, wie diese Arme sich um ihre Mitte legten, sie an seinen Körper drückten und ihr Gesicht, das im Moment eine Million Lichtjahre entfernt im All schwebte, ganz nahe käme, hautnah.

„He! An was denkst du?"

Eine Hand legte sich ganz beiläufig auf ihren Schenkel.

„Gib zu, dass dir die Pyramiden ziemlich schnuppe sind." Er lachte leise.

Julie bemühte sich irgendwas Intelligentes zu sagen. „Ich interessiere mich mehr für den Kosmos", sagte sie dann, „den Mond zum Beispiel und wie er unseren Stoffwechsel beeinflusst."

Sie zog eine schlaue Miene. „Bei Vollmond sollte man lieber nicht so viel essen, weil man da besonders viel zunimmt."

David sah sie an und grinste.

„Außerdem geschehen viel mehr Morde als an anderen Tagen und Kinder kommen auch mehr auf die Welt."

Jetzt verzog David das Gesicht zu einem gewaltigen Grinsen. Dann deutete er hoch in den dunstblauen Septemberhimmel. „Und für heute, was empfielst du da?"

Da oben stand schon der Mond, als zarte zunehmende Sichel.

„Heute? Heute sollte man sich die Haare schneiden lassen", sagte Julie ohne zu zögern, „sie wachsen dann besonders dicht nach."

„Okay. Willst du mir also nachher die Haare schneiden?"

>Sein Pony hätte es tatsächlich nötig<, dachte sie, wenngleich es auch auf irgendeine Weise attraktiv wirkte, mit welcher Bewegung er seine goldbraune Mähne zurückwarf, damit sie ihm nicht in die Augen fiel.

„Immer noch sah er zu ihr rüber. „Du ziehst mich unheimlich an", sagte er plötzlich und überraschend, „kommt das etwa auch vom Mond?"

Julie wurde sofort ganz warm im Bauch.

„Quatsch! Pass lieber auf, wohin du fährst, da ist die Einfahrt."

Na ja, also schien sich da doch noch irgendwas anderes bei ihm abzuspielen.

Der Parkplatz am Dom war bereits zugeparkt. Pech gehabt, nicht eine Lücke. Dreimal fuhren sie schon im Kreis. Doch, da gab es noch eine: eine Riesenschlammpfütze, mit gelbem Wasser gefüllt. „So richtig was für Nilkrokodile", meinte David. Jetzt standen sie mittendrin. David schaltete den Motor aus, lehnte den Kopf gegen die Kopfstütze und verharrte schweigend in dieser Pose. Er sah aus, als überlegte er.

Ein Haufen Leute lief an ihnen vorbei Richtung Museum und ein Rotzlöffel trat kräftig mitten in die Pfütze, dass das Wasser bis zum Fenster hochspritzte. Julie sah David an.

„Wollen wir nicht aussteigen?"

„Hast du dazu wirklich Lust?", lautete die Gegenfrage, „Mit diesem ganzen Haufen durch die Ausstellung zu trampeln?"

Sie zuckte die Achseln. „Weiß ich nicht, aber dieser Haufen hat eben Bedarf an Kultur."

„Wohl war, die reinste Bildungsoffensive", war sein Kommentar. Mit einem Blick, den sie momentan nicht einschätzen konnte, betrachtete er sie eine Weile und ergriff dann ihre Hand.

„Ich hab eine andere Idee", sagte er ruhig und führte ihre Hand zu seinem Mund. Wenn er so die Augen niederschlug, konnte man sehen, was für lange Wimpern er hatte, Feen konnten darauf tanzen. Überhaupt: Seine Augen hatten es ihr gleich von Anfang an angetan. Schon vor Wochen, als er an einem Samstag vor ihrer Türe stand und zu ihrem Bruder wollte.

„Lass uns lieber an den Rhein fahren und uns da ein wenig die Beine vertreten. Kennst du die Gegend hier, ich meine: die Altrheinarme?"

Julie schüttelte den Kopf, Sie war etwas durcheinander.

„Keine Lust?"

„Doch", sagte sie, „schon, nur hatte ich mich eben auf Ägypter eingestellt." Er küsste gerade die Innenfläche ihrer Hand und Julie fand, dass sich das genauso anfühlte wie die Schnauze eines jungen Lamas, das sie vor nicht allzu langer Zeit im Zoo hatte füttern dürfen.

„Du hast gewonnen", sagte sie.

David ließ ihre Hand los und startete den Motor und Julie überlegte, ob er’s am Ende schon die ganze Zeit so vorgehabt hatte.

Er fuhr ziemlich schnell und so, als ob er den Weg schon hundertmal gefahren wäre. Zuerst säumten Pappeln die Straße, später bogen sie in eine schmale Seitenstraße ein, die dann auf einem Damm verlief.

„Machst du das immer so?", fragte Julie David. „Erst sagen, dass du in eine Ausstellung gehst, und dann schleppst du einen ganz woanders hin?"

„Immer seltener", antwortete David grinsend. Er ließ den Wagen in einen grünen Grasweg rollen. „Jetzt steigen wir erstmal aus."

Langsam schlenderten sie zum Flussufer. Der Rhein schien leicht angestiegen, in den letzten Tagen hatte es viel geregnet. Sie starrten eine Weile stumm auf die Strömung. Und Julie fiel im Moment nichts anderes ein als die Sandalen von den Füßen zu streifen und ein Stück über den Kieselstrand zu balanciere. Die Kiesel kitzelten an den empfindlichen Fußsohlen. Aus einiger Entfernung drehte sie sich nach David um.

Mein Gott, wenn du wüsstest! Wie oft ich in den letzten Wochen an dich gedacht habe. Das war wie ein Zwang! Wenn ich in der Sonne gelegen habe, wenn ich Musik gehört habe, und abends im Bett. Einfach ständig.

David streckte sich, machte sich ganz lang und ließ dann die Arme nach unten klatschen. Dieser Körper! Und diese Augen mit dem Ahornhonigblick. Sie überlegte wie es weitergehen sollte. Auf jeden Fall schien David unberechenbar zu sein. Sie hatten sich ja auch erst dreimal gesehen. Das zweite Mal hatte sie die Initiative ergriffen. War einfach die Treppe hochgestiegen bis unter Dach, wo er wohnte. „Hier bin ich", hatte sie in sein überraschtes Gesicht gesagt, „du hast doch gemeint, ich soll einfach klingeln, wenn ich zufällig in der Gegend bin." Eigentlich ziemlich mutig von ihr als Mädchen den ersten Schritt zu tun.

Das Ufer gegenüber hob sich grün und gezackt wie ein Krokodilsrücken aus der träge dahinziehenden Strömung. Radfahrer fuhren in kurzen Abständen den Damm entlang und Julie blickte hoch zu dem schmalen weißen Mond. Wie sollte es jetzt weitergehen? Mit kleinen Schritten lief sie wieder zu ihm zurück. David schien etwas entdeckt zu haben. Er bückte sich nach vorn und tauchte die Hände ins Wasser. Ein Streifen brauner Haut wurde sichtbar, zwischen dem zu kurzen Shirt und der Hose. Millionen blonder Härchen schimmerten darauf.

Julie seufzte. Jetzt ging er gerade völlig auf in seiner Entdeckung. >Ein komplizierter Typ<, dachte sie. Wahrscheinlich sollte man Psychologie studieren, um mit seinem Charakter klarzukommen. Manchmal denkt man, das ist es, jetzt bist du ganz nah dran und ein paar Minuten später schien er meilenweit entfernt.

David erhob sich, kam ihr entgegen.

„Schau, hier hab ich was für dich."

Auf seiner nassen Hand lagen in einer Reihe fünf schwarze spindelförmige Schneckengehäuse. Irgendwie sah das Ganze ägyptisch aus, fand Julie. Er hielt eines der Schneckenhäuser hoch, um zu sehen, wie das gegen ihre blonden Haare aussah. Seine Hand berührte ihre Wange, die Hand mit dem Schneckenhaus roch nach Algen und Fisch.

„So solltest du sie tragen! Du hast wundervolle Haare."

Jetzt standen sie dicht voreinander. Man konnte sehen, wie das Sonnenlicht in seinen Augen tanzte, und Julie legte wie in Trance ihre Arme um seine Mitte, auf die Stelle mit den Härchen. Glatt und warm fühlte sich die Haut an. Jetzt die Augen schließen und warten, was geschieht. Atmen, tief atmen und spüren, wie sich seine Arme um sie legen. Endlich. Und noch mehr:

Seinen elastischen Körper, seine Haare auf ihrer Wange, seine Zunge zwischen ihren Lippen. Ein Stück nach dem anderen ließ Julie von ihm in Besitz nehmen. Trotzdem musste sie ausgerechnet in diesem Moment an den toten Pharao denken. Und wie dieser Alphastern ihm mitten ins Gesicht leuchtete. >Grotesk, das Leben ist lächerlich<, dachte Julie und nun fuhr auch noch ein Radfahrer vorüber, und noch einer, es wurde gelacht, der Luftzug der Vorrüberfahrenden streifte ihr Gesicht und jemand rief ihnen zu: „Muss Liebe schön sein!"

Doch Davids Arme hielten sie weiterhin fest, und während die Wärme seines Körpers durch ihr Hemd drang, spürte sie, wie nach und nach alles von ihr abfiel, in den Hintergrund rückte und nur noch eines blieb, sich ausbreitete wie bei einer chemischen Reaktion, den Verstand weit hinter sich ließ: Sie brannte.

„Du", flüsterte David in ihr Ohr, „komm!"

Verschlungen und wie Betrunkene schwankend taumelten sie die Böschung hoch. Und jetzt? Julie wagte nicht aufzuschauen.

„Jetzt zu mir. Zunehmender Mond, du weißt schon: ideal zum Haareschneiden."

24.11.06 16:40





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